Dieser Bereich sammelt die fachlichen Arbeitsgrundlagen für die tägliche Praxis: wie ein Befund aufgebaut wird, welches Messinstrument zu welcher Fragestellung passt, wie klinische Tests einzuordnen sind und was in den Therapiebericht gehört. Jede Angabe steht mit Quelle und mit benannter Grenze. Behandlungstechniken und das Dokumentationsrecht sind nicht enthalten.
Herausgeber: Steinauf Praxisverbund · Autor:in: Redaktion physiotherapie-praxis24.de
Fachliche Prüfung (medizinisch): Steinauf Praxisverbund · Prüfdatum: 18.09.2026
Zuletzt geprüft: 18.09.2026 · Korrekturweg: Fehler melden an info@steinauf-praxisverbund.de
Der Befundprozess von der Anamnese bis zur Zielvereinbarung. Standardisierte Messinstrumente mit Durchführung, Auswertung und Grenzen. Klinische Funktionstests und ihre Einordnung. Das fachliche Berichtswesen: Befunddokumentation und Therapiebericht.
Keine Behandlungsanleitungen — hier steht, wie erhoben und eingeordnet wird, nicht, wie behandelt wird. Keine Diagnostik: Alle Verfahren dienen der physiotherapeutischen Befunderhebung und ersetzen keine ärztliche Abklärung. Keine Rechtsauskunft; Dokumentationspflichten liegen unter Praxisführung. Keine ungeprüften Zahlen: Wo eine Quelle fehlt, steht keine Zahl — auch dann nicht, wenn ein Wert allgemein bekannt scheint.
Aus dem Verbund: Eingesetzt werden vor allem Timed Up and Go, die Neutral-Null-Methode und der Chair Rising Test; aufwendige Ganzkörper-Assessments bleiben der Rehabilitation vorbehalten. Als Befundbogen dient eine einheitliche Vorlage, die den ICF-Bereichen folgt. Ein vollständiger Erstbefund dauert im Alltag etwa 30 bis 40 Minuten. Unsicher sind Berufsanfänger:innen am häufigsten beim Übertragen der Messwerte in den Therapiebericht.
Sechs klar abgegrenzte Unterseiten führen von der Übersichtsfrage zur passenden Vertiefung. Titel und Kurztext benennen vor dem Klick, welche Antwort dort zu finden ist.
Diese Seiten ordnen den Befundprozess von der Erhebung über die Strukturierung bis zur begründeten Entscheidung.
Anamnese, Untersuchung, Zielvereinbarung und Abgrenzung zur ärztlichen Diagnose systematisch zusammenführen: welche Schritte ein vollständiger Befund umfasst und wo die physiotherapeutische Befunderhebung endet.
Befunde den ICF-Ebenen zuordnen und Aktivität, Teilhabe sowie Kontextfaktoren im Blick behalten: wie sich Körperfunktion, Alltag und Umfeld eines Menschen systematisch einordnen lassen.
Hypothesen bilden, prüfen und verwerfen, ohne Befund und Diagnose miteinander zu vermischen: wie klinisches Denken strukturiert abläuft und welche Fehlschlüsse dabei vermieden werden sollten.
Die Kataloge und Arbeitshilfen führen zur passenden Mess- oder Testseite und zur nachvollziehbaren Ergebnisweitergabe.
Standardisierte Messinstrumente nach Fragestellung auswählen und Durchführung, Auswertung sowie Grenzen nachlesen: welches der zehn Instrumente zu welcher Frage passt und was das Ergebnis tatsächlich aussagt.
Funktions- und Provokationstests nach Körperregion finden und positive Ergebnisse angemessen einordnen: welcher Test welche Struktur prüft und warum ein positives Ergebnis allein nicht ausreicht.
Befunde, Verlauf und Ergebnis fachlich nachvollziehbar und adressatengerecht zusammenfassen: was ein Therapiebericht enthalten sollte und wie er für unterschiedliche Empfänger aufgebaut wird.
Arbeitshilfe: Befundbogen zum Herunterladen.
1
Ausgangslage, Beschwerden, Kontext und Ziele erfassen.
Schritt 1
2
Beobachten, prüfen und daraus die tragfähigen Hypothesen ableiten.
Schritt 2
3
Das zur Fragestellung passende Assessment wählen und das Ergebnis nachvollziehbar festhalten.
Schritt 3
4
Ergebnisse einordnen, Ziele gemeinsam festlegen und verständlich weitergeben.
Schritt 4
| Fragestellung | Instrument | Ergebnis | Weiterlesen |
|---|---|---|---|
| Mobilität und Transfer | Timed Up and Go | Zeit in Sekunden | Durchführung und Auswertung |
| Belastbarkeit über mehrere Minuten | 6-Minuten-Gehtest | Gehstrecke in Metern | Referenzwerte |
| Gleichgewicht im Detail | Berg Balance Scale | Punktzahl 0 bis 56 | Instrumente vergleichen |
Lachman-Test: Durchführung, Endgefühl und Seitenvergleich. Zum Lachman-Test
Slump-Test: neurodynamische Untersuchung und Vorsichtsmaßnahmen. Zu den klinischen Tests
Ein Test allein reicht nicht
Ein positives Ergebnis ist ein Hinweis, kein Befund. Die Einordnung erfolgt zusammen mit Anamnese und weiteren Befunden.
| Abkürzung | Bedeutung | Kontext |
|---|---|---|
| ICF | Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit | Befundstrukturierung |
| PROM | Patient Reported Outcome Measure | selbsteingeschätzte Funktion, etwa DASH |
Vier Schritte in dieser Reihenfolge: Anamnese, Inspektion und Funktionsprüfung, standardisierte Messung, Zielvereinbarung und Bericht. Der Befund erfasst Ausgangslage, Beschwerden, Kontext und Ziele und hält das Messergebnis so fest, dass es im Verlauf vergleichbar bleibt.
Die Berg Balance Scale mit einer Punktzahl von 0 bis 56 prüft das Gleichgewicht im Detail; der Tinetti-Test mit 0 bis 28 Punkten erfasst Gleichgewicht und Gangbild zusammen. Welches Instrument passt, entscheidet die Fragestellung.
Nein. Alle hier beschriebenen Verfahren dienen der physiotherapeutischen Befunderhebung und ersetzen keine ärztliche Abklärung. Auch ein positiver klinischer Test ist ein Hinweis, kein Befund, und wird zusammen mit Anamnese und weiteren Ergebnissen eingeordnet.